«Die göttliche Ordnung»

Film & Diskussion

Do. 14. Dezember 2017, Rote Fabrik - 19.30 Uhr


2017 ‧ Drama, Schweiz ‧ 96M, Petra Volpe

 

Organisiert von Womens March Zurich und Nebenrolle Natur

 

Anschliessend an den Film findet eine Podiumsdiskussion über Gleichberechtigung mit zwei Kämpferinnen für Frauen statt: 

  • Alt-Nationalrätin Rosemarie Zapfl (78) und 
  • Zürichs jüngste Kantonsrätin Hannah Pfalzgraf (20) 

Filminfo: Von Männern gemacht und hochgehalten, schien «Die Göttliche Ordnung» unanfechtbar. In Europa war das Frauenstimmrecht längst Wirklichkeit, in der Schweiz wurde die männliche Politdomäne erst 1971 erschüttert. Petra Volpe hat über aufmüpfige Frauen im Appenzellerischen, die sich für das Frauenstimmrecht einsetzten, ohne selber abstimmen zu können, einen beherzten Spielfilm gedreht: Die göttliche Ordnung wird unterhöhlt. Der Film greift ein altes Thema auf, das so lange noch nicht zurückliegt – stimmig, amüsant kämpferisch und ganz und gar nicht bierernst.

Trailer

Filminfo

 

Schweiz 1971: Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die in einem kleinen Dorf lebt. Sie wird von allen gemocht, bis zu dem Tag, als sie anfängt, sich öffentlich für das Frauenstimmrecht, über das die Männer im Februar 1971 abstimmen sollen, einzusetzen.

 

Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die 1971 mit ihrem Mann und zwei Söhnen in einem beschaulichen Schweizer Dorf lebt. Hier ist wenig von den gesellschaftlichen Umwälzungen der 68er-Bewegung zu spüren. Der Dorf- und Familienfrieden kommt jedoch gehörig ins Wanken, als Nora beginnt, sich für das Frauenstimmrecht einzusetzen...

 

«Die göttliche Ordnung» ist der erste Spielfilm über das Schweizer Frauenstimmrecht und dessen späte nationale Einführung 1971. Drehbuchautorin und Regisseurin Petra Volpe («Traumland», Drehbuch von «Heidi») nimmt das Publikum mit auf eine emotionale Reise in die ländliche Schweiz der 70er Jahre und diese bahnbrechende Zeit. «Die göttliche Ordnung» setzt all den Menschen ein Denkmal, die damals für gleiche politische Rechte gekämpft haben, sowie all jenen, die sich auch heute für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung engagieren.

 

Es gehört zu den Stärken dieses Films von Petra Volpe, dass er nicht über große Gesten erzählt – was die Schauspieler wunderbar zurückgenommen mittragen. Und es passt zum Thema, denn die absurd späte Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz war das Ergebnis vieler kleiner Schritte. Vielleicht wurde die Geschichte deshalb nie als Filmstoff adaptiert: Ein zäher, gesellschaftspolitischer Prozess, wie soll man den auf eine Leinwand bringen?

 

Wie der Kampf um das Frauenstimmrecht ausging, ist bekannt. Den Weg dahin zu verfolgen ist trotzdem aufregend. Dazu trägt die unaufdringlich authentische Ausstattung genauso bei wie das Schweizerdeutsch mit Untertiteln in der nicht synchronisierten Fassung. Beide vervollständigen das Gefühl, der Film spiele in einem Land, das sehr viel weiter von uns weg ist als die Schweiz, und in einer Zeit, die eher hundert denn sechsundvierzig Jahre vergangen ist. Das zeigt über das Thema des Films hinaus eines: Hinter gesellschaftliche Veränderungen, so zäh sie auch vonstattengehen, geht es keinen Schritt zurück.

(von Julia Bähr, FAZ)

 

Eintritt: 10 CHF

 



Bilder zum Film